Womit bringen Sie den 26.09.2026 in Verbindung wenn Sie daran zurückdenken? Wer der Einladung des Geschichtsvereins in Kooperation mit dem Kunstbauerkino und der Kirchgemeinde gefolgt ist, hat mit Sicherheit ganz besondere Erinnerungen an den Abend.
Anlässlich 730 Jahre Großhennersdorf fand unter dem Titel „Abendzauber – Historie im Lichterglanz erleben“, eine anfangs nur für Erwachsene geplante, geführte Wanderung mit Einblicken in die Ortsgeschichte entlang illuminierter Gebäude statt.
Aufgrund der großen Nachfrage, ob das auch was für Kinder wäre, wurde 2 Tage vorher noch eine Schnipseljagd extra für Kinder, unter dem Titel „Das Geheimnis der 11 Lichter in der Vollmondnacht“ entworfen. Beide Angebote fanden großen Zuspruch.
So machten sich gegen 19.30 Uhr fast 50 Kinder in Begleitung ihrer Eltern und Großeltern eigenständig auf den Weg, um das Geheimnis der 11 Lichter zu entschlüsseln. Die Kinder kamen übrigens nicht nur aus Großhennersdorf, sondern weit über die Grenzen hinaus, z.B. Görlitz, Bernstadt, Zittau, Pfaffendorf u.a.
Die Aufgabe der Kinder war es, 11 Lichter zu finden, der Geschichte des Ortes zu lauschen und den Lösungsbuchstaben zu notieren. An jedem Ort war dafür ein Buchstabe mit der entsprechenden Geschichte zu dem Ort und dem Hinweis wie es weiter geht versteckt. Von hinten nach vorn gelesen ergab es dann das Lösungswort. Wer das Lösungswort richtig erraten hatte, bekam dann dafür beim „Nachtwächter“ auf dem Gutshof den Lohn für seine Mühe. (Entschuldigt bitte, dass es nicht für alle gereicht hat, ihr wart einfach zu viele!)
Um selbst etwas Bleibendes an diesen Abend zu schaffen, wurden die Kinder gebeten, auf einem Zettel zu notieren, was ihnen am Rundweg am meisten gefallen hat. Unter den abgegebenen Zetteln wurden Kinogutscheine, verlost. Eindrucksvolle Antworten der Kinder waren z.B. „der Vollmond, das Rätsel, das schön beleuchtete Dorf und das Gemeinschaftsgefühl ….“
Gegen 20.15 Uhr machten sich dann rund 130 Erwachsene auf den knapp 3 km langen Rundweg durch das Dorf. Das Kunstbauerkino, die Kirchgemeinde und der Geschichtsverein hatten verschiedene historische Objekte mit farbigen Lichtern, Kerzenlicht oder sehr eindrucksvollen Videoanimationen kunst- und stimmungsvoll in Szene gesetzt.
Die erste Station war die von außen beleuchtete „Alte Bäckerei“ zum Thema Handwerk und Erbuntertänigkeit, welche hier im Jahr 1832 abgeschafft wurde.
Dann ging es weiter zum Katharinenhof dessen Turm beleuchtet war. Hier erfuhr man nicht nur, dass der Katharinenhof die älteste diakonische Einrichtung in Sachsen ist, sondern bekam auch einen Einblick in das Leben der Kinder um 1847 als der Katharinenhof eine Landeswaisenanstalt war.
Weiter ging es auf der Bergstraße zum Hof der Familie Schiffner, dessen Geschichte ab 1669 belegt ist. Dort wurde ein sogenanntes „Ausgedingehaus“ beleuchtet, welches um 1768 erstmals erwähnt wurde und man erfuhr, wie solch eine „Altersvorsorge“ das „Ausgedinge“ um 1808 aussah.
Der Weg führte weiter zum Pfarrhaus welches im Jahr 1561 erbaut wurde und zu den ältesten erhaltenen Pfarrhäusern in der südlichen Oberlausitz zählt. Der Torbogen sowie der Giebel des Pfarrhauses waren von der Kirchgemeinde mit Kerzen stimmungsvoll illuminiert. Nach kurzen Informationen zu den Glaubensverhältnissen, dem Gebäude und der sogenannten „Pfarrwiedemuth“ ging es weiter zur Kirche.
Die von der Kirchgemeinde und ihren Unterstützern von innen illuminierten Kirchenfenster und das Orgelspiel „Der Mond ist aufgegangen“ fand viel Zuspruch beim Publikum.
Anschließend wurde über den Kirchenbau allgemein und die Sitzaufteilung aus dem Jahr 1873 berichtet.
Die Kirchgasse hinunter ging es dann bis zur alten Kaufhalle, von wo aus die beleuchtete „alte Schule“, erbaut im Jahr 1876, gut zu sehen war. Kurze Einblicke in die Schulgeschichte des Dorfes, sowie die von Henriette Sophie von Gersdorff 1728 eingeführte Schulpflicht (in Sachsen erst über 100 Jahre später), sowie Bildungsschwerpunkte aus einem Schulbuch von 1796 rundeten das Bild ab.
Der nächste Halt fand am Steinkreuz, welches von Kerzen umringt war, statt. Dieses zählt als eines der ältesten sicher datierbaren Steindenkmale ganz Sachsens. Neben der Sage dieses Kreuzes fanden auch die verschiedenen Kriegsereignisse eine kurze Erwähnung. Wir hielten gemeinsam inne, um der Menschen zu gedenken, die vor uns gelebt haben, die Leid erfahren mussten und deren Schicksale mit der Geschichte unseres Dorfes verbunden sind.
Am sogenannten „Tuchhaus“ welches in seiner heutigen Gestalt 1878 erbaut wurde, und derzeit als Museum vom Traditionsverein der freiwilligen Feuerwehr genutzt wird, erfuhren die Teilnehmer etwas über den Marktplatz und das Marktrecht.
Der Weg ging weiter Richtung Kretscham an dessen rechter Seite sich ein altes Gebäude befindet. In dessen Obergeschoss waren in früheren Zeiten Gefangene in einer Arrestzelle untergebracht, woran die kleinen vergitterten Fenster noch heute erinnern. Neben Informationen zur Gerichtsbarkeit und verschiedener Strafmaßnahmen wurde auch über die bekannte Großhennersdorfer Hinrichtung der „Räuber von der Fichtelschänke“ aus dem Jahr 1808 berichtet.
Höhepunkt des Rundweges bildete das Schlossensemble. Das Team vom Kunstbauerkino hatte dort mit Unterstützung von Chris Fischer die Skulptur „Zinzendorf mit seinen Kindern“ kunstvoll in Szene gesetzt und eine eindrucksvolle Projektion von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und Henriette Catharina von Gersdorff an der Schlossmauer, umrahmt von sphärischen Klängen gezeigt, welche große Begeisterung fanden.
Das ehemalige Rittergut und das Schloss zählen zu den ältesten Ansiedlungen in Großhennersdorf. Das Schloss war umgeben vom ehemaligen Försterhaus (Schnapsbrennerei/Polenhaus), der Malztenne und der Brauerei welche 1884 abbrannte.
Nach kurzem Einblick in die Braugerechtigkeit ging es abschließend zurück auf den Gutshof wo etwas über die Remonten, die ab 1913 hier untergebracht waren, berichtet wurde. Es wurde etwas zur Nutzung der Gebäude zu früheren und heutigen Zeiten sowie über den Speicher der mit seinem 87 m langem Dach zu den bedeutendsten Dächern der Oberlausitz zählt, gesagt.
Ich danke den privaten und öffentlichen Eigentümern der Gebäude, die ihr Einverständnis zur Illumination gegeben haben, denn ohne dieses wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen.
Ich danke dem Kunstbauerkino für die Unterstützung bei den Illuminationen und der Getränkeversorgung sowie der zur Verfügung gestellten Kinogutscheine, der Kirchgemeinde für ihre kurzfristige Mitarbeit und Umsetzung neuer Ideen und letztendlich bei den Mitgliedern vom Geschichtsverein die ebenso verschiedene Objekte beleuchtet und bei der Essensversorgung geholfen haben.
Herzlichen Dank auch an Mandy Vogt und Sven Scholz für den schönen Flyer und allen Ungenannten die in irgendeiner Weise zum Gelingen des Abends bzw. dessen Dokumentation beigetragen haben.
Ich danke auch insbesondere den zahlreichen Gästen ob groß oder klein, schön das ihr da wart! Danke fürs aufmerksame Zuhören während der historischen Ausführungen, von solch einer gespannten Ruhe träumt jeder Lehrer und zeugt von Wertschätzung für die Mühe die hinter diesen Ausarbeitungen steckt!
Vielen Dank auch für die vielen persönlichen positiven Rückmeldungen, darüber haben wir uns alle sehr gefreut und ist Ansporn gemeinsam etwas für das Dorf auf die Beine zu stellen.
Dieser stimmungsvolle Abend mit seinen Höhepunkten wird uns sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben, der Vollmond wird uns nun regelmäßig daran erinnern…
HEIMATLICH(T)e Grüße,
Daniela Lorenz im Namen des Großhennersdorfer Geschichtsvereins